Das Problem
Eine Pflicht mit Folgen – und mit Papier gelöst
Historische Kraftwagen dürfen an 120 Tagen pro Jahr fahren, Motorräder an 60. Darüber sind fahrtenbuchartige Aufzeichnungen zu führen, drei Jahre aufzubewahren und bei der wiederkehrenden Begutachtung vorzulegen. Geprüft werden die letzten zwei vollen Kalenderjahre und das laufende.
Fehlt das Fahrtenbuch oder ist es unvollständig, setzt die Prüfstelle einen Vermerk – und die Behörde wird automatisch verständigt.
- „technisch ausgeschlossen“Nachträgliche Veränderungen müssen bei einer App technisch ausgeschlossen oder zumindest in ihrer Reichweite dokumentiert sein. Excel ist unzulässig.
- Teil der FahrzeugdokumenteDas Fahrtenbuch gehört zum Fahrzeug und geht beim Verkauf an die neue Besitzerin über.
- Vor jeder FahrtDatum, Abfahrtsort und Kilometerstand – nach Fahrtende Ankunftsort und Kilometerstand.
Quelle: BMIMI, Gesamterlass historische Fahrzeuge, GZ 2026-0.379.175, Stand 22. Mai 2026, Kap. 6 und 16.7; § 34 Abs. 4 und § 57c Abs. 4d KFG 1967.
Die Lösung
Zwei Fotos pro Fahrt. Angaben prüfen, speichern.
Foto vom Zähler. Die App schlägt Kilometer und Ort vor, du bestätigst die Angaben. Lücken seit der letzten Fahrt werden angezeigt; Betriebsstunden sind ebenfalls möglich.
Zweites Foto, Endstand und Ankunftsort bestätigen. Tatsächliche Fahrtage und Sonderfälle werden berücksichtigt; ein unklarer Zählerüberlauf erzeugt keine negativen Kilometer.
Übersicht der zwei Vorjahre und des laufenden Jahres, mit Deckblatt und Fotonachweisen. Die vollständige Sicherung kann zusätzlich ohne Konto geprüft werden.
Marktvergleich
Ein klarer Schwerpunkt in einem bestehenden Markt
Fahrtage, PDFs und Korrekturprotokolle gibt es bereits. Plakettl setzt auf Zählerfotos, eine vollständige mitnehmbare Sicherung und die Prüfung gegen den Serverstand. Ob dieser Ablauf im Alltag überzeugt, ist die zentrale Pilotfrage.
| Plakettl | Rotes Pickerl | Ortungplus | Gebundenes Buch | |
|---|---|---|---|---|
| Preis | Pilot, endgültiger Tarif offen | 1 Fahrzeug gratis, mehrere 29 € pro Jahr | Laut aktuellem Angebot | Kauf des Buchs |
| Erfassung | Zählerfoto, Angaben bestätigen | Komplette Fahrt oder Start/Ende, km vorausgefüllt | Automatisch über GPS-System | Handschriftlich |
| Fahrtage | Tageszählung mit Ausnahmen und Jahreswechsel | Automatischer Tageszähler | Übersicht der Fahrtage | Selbst zählen |
| Zählerfoto | Je Abfahrt und Ankunft | Auf Produktseite nicht beschrieben | Auf Produktseite nicht beschrieben | Separat möglich |
| Korrekturen | Neue Einträge, Original erhalten | Mit Grund und Zeitstempel dokumentiert | Anbieter beschreibt manipulationssichere Speicherung | Sichtbarer Vermerk |
| Prüfung durch Dritte | Kette, Belegfotos und Serverstand | PDF-Export | PDF-Berichte | Sichtprüfung |
| Verkauf | Altbuch als Sicherung und PDF, Käufer beginnt neu | Übergabe per Code | Auf Produktseite nicht beschrieben | Buch mitgeben |
| Speicherung | Azure-Konto und Gerät, vollständige Dateisicherung | Laut Anbieter in Österreich | Laut Anbieter auf europäischen Servern | Physisches Buch |
| Ohne Verbindung | Eingerichtetes Gerät erfasst weiter | Auf Produktseite nicht beschrieben | Im Praxistest zu klären | Ja |
Produktseiten geprüft am 26.10.2026: Rotes Pickerl · Ortungplus. Anbieterangaben sind keine eigene technische Prüfung; nicht beschriebene Funktionen können dennoch existieren. Weitere Lösung für einen Praxistest: Heftl.
Produktvorteile
Warum Plakettl
Zählerstände mit Foto
Die Belegbilder helfen, Tippfehler später nachzuvollziehen. Sie zeigen den Zählerstand, belegen allein aber weder Fahrzeugidentität noch Zeitpunkt.
Nachvollziehbare Historie
Korrekturen und geänderte Fahrzeugangaben werden ergänzt. Der Server prüft neue Einträge und hält ihre Annahmezeit fest.
Sicherung selbst prüfen
Die öffentliche Prüfseite kontrolliert Kette und Fotos im Browser und vergleicht sie mit dem Serverstand. Fehlende Belege und Abweichungen bleiben sichtbar.
Ohne Einbau
Die Web-App nutzt dein Handy. Nach der Einrichtung kannst du auch ohne Netz weiter erfassen; Angaben lassen sich manuell eingeben.
Mitnehmbarer Bestand
Dein Konto synchronisiert Einträge auf weitere Geräte. Zusätzlich kannst du eine vollständige Sicherung samt Fotos speichern. Aufbewahrung und Wiederherstellung müssen im Betrieb abgesichert werden.
Für reale Sonderfälle
Nachträge, Betriebsstunden, mehrtägige Fahrten und Zählerüberläufe werden sichtbar dokumentiert. Die Begutachtungsansicht fasst den relevanten Zeitraum zusammen.
Geschäftsmodell (Vorschlag)
Gratis starten, für Sammler und Partner bezahlen
Ein Freemium-Angebot mit Jahresabo für Sammlungen ist eine Hypothese. Rotes Pickerl verlangt derzeit 29 € pro Jahr für mehrere Fahrzeuge. Welcher Preis zu Plakettl passt, sollen Pilot und Zahlungsbereitschaft zeigen.
- Privat: ein Fahrzeug als Einstieg, mehrere Fahrzeuge gegebenenfalls als Jahresabo. Speicherung und vollständige Sicherung gehören bereits zum Pilot.
- Clubs: Lizenz für Mitglieder von Oldtimer-Clubs und Verbänden, mit eigenem Logo im Ausdruck.
- Versicherungen: Oldtimer-Tarife mit Fahrtage-Limit – ein geprüftes Fahrtenbuch als Nachweis.
- Prüfstellen: vorhandene Begutachtungsansicht gemeinsam erproben; ein eigener Zugang wäre eine spätere Erweiterung.
Produktstand und nächste Schritte
Vom Prototyp zum erprobten Fahrtenbuch
Der Kernablauf steht. Jetzt zählt, dass Daten auf echten Geräten vollständig erhalten bleiben und das Musterbuch in der Praxis gut prüfbar ist.
- Erfassung: Zählerfotos, Kilometer oder Betriebsstunden, Nachträge, tatsächliche Fahrtage und ausgenommene Fahrtarten.
- Historie: begründete Korrekturen und Fahrzeugänderungen, Genehmigungsdatum und Besitzerangaben.
- Begutachtung: zwei Vorjahre plus laufendes Jahr, Fahrtagnummern; vollständiges Buch bei Bedarf.
- Konto und Sicherung: Synchronisation, Konfliktmeldung, vollständiger Export samt Fotos und öffentliche Prüfung.
- Übergabe: Altbuch als PDF und Sicherung mitgeben; Käufer beginnt im eigenen Konto neu.
- Fachliche Abstimmung: Musterbuch und Sonderfälle mit Prüfstelle und BMIMI besprechen. Keine behördliche Anerkennung zugesichert.
- Echte Geräte: Kamera, OCR, Funkloch, Gerätewechsel und vergessene Ankunft auf iPhone und Android prüfen.
- Wiederherstellung: Azure-Backup und vollständigen Restore praktisch abnehmen; Aufbewahrung und Support festlegen.
- Datenschutz im Betrieb: Angaben zu Hosting, Dienstleistern und Aufbewahrung mit der tatsächlichen Einrichtung abgleichen.
- Nutzen testen: Erfassungsaufwand, Lesbarkeit der Belege und Akzeptanz des Prüfausdrucks beobachten.
- Jahresabo, Preis und Bezahlfunktion anhand der Zahlungsbereitschaft.
- Erinnerungen für offene Fahrten und Begutachtung.
- Club-Angebote, Prüfstellentools und geteilte Fahrerrollen.
- Eigene Domain, Markenprüfung und gegebenenfalls App Stores.
- Unabhängiger Zeitstempel, weitere Exporte oder Länder nur bei belegtem Bedarf.
Jetzt ausprobieren
Fahrzeug anlegen, Zähler fotografieren, Fahrtenbuch drucken. Im Pilot sind standardmäßig zehn Fahrten pro Konto möglich; der endgültige Tarif ist offen.